Von Eiern, Äpfeln und Pro Tables

Am 21. März war es wieder soweit, eine neue Keynote von Apple mit neuen marktüberweltigenden Produkten. Oder vielleicht war es auch nur die Vorstellung eines überarbeiteten iPhone 5s und eines kleinen iPad Pros, welches auf den 2ten Blick nicht ganz so „Pro“ ist, wie es wohl gerne wäre.

In der Keynote war auffällig, dass Apple sich scheinbar sorgen über unseren gesunden Schlaf macht, zu diesem gab es neulich auch auf 3sat eine interessante Doku. Sowie über manch kleine Hände, welche den Sprung auf ein iPhone der 6ten oder neueren Generation nicht gewagt haben. Der Nachfolger für das 9,7″ Segment war dann für Apple nur noch schlicht überfällig.

Aber der Reihe nach, der neue Night-Shift Modus verringert in der Nacht den Blauanteil des emittierten Displaylichtes und erzeugt so ein wärmeres Bild. Der Hintergrund dieser Funktion liegt in unserem natürlichen Schlafrhythmus. Wenn unsere Augen am Morgen blaues Licht registrieren, schüttet unser Körper Wachmacher aus. Umgekehrt verhindert/verzögert dieser Effekt die Ausschüttung von Schlafhormonen in der Nacht. Und um diesen kontraproduktiven Effekt von Bildschirmen zu reduzieren hat Apple also diesen Night-Shift Modus eingeführt. Apple hat bei der Keynote allerdings auch merklich Wert darauf gelegt, dass dies einen besseren Schlaf helfen „könnte“, also kein Garant ist. Wohl mit dem Hintergrund, mögliche klagen von schlaflosen „Ei“-Usern von vornherein zu unterbinden. Aus meiner Sicht ist die Integration solcher Funktionen ein richtiger Schritt in Verbesserung der Ergonomie unsere alltäglichen Begleiter und Arbeitsgeräte. Nur eine Sache stößt mir hier ein wenig bitter auf, warum muss ich diese, den Schlaf bereichernde, Funktion erst in den Einstellungen gezielt suchen und aktivieren. Apple sollte sich doch eigentlich bewusst sein, dass die meisten User sich schlicht nie in die Einstellungsmenüs ihrer Geräte verirren werden. Ja sogar von ihren Geräten, nach dem Update auf iOS 9.3, diese Funktion einfach als aktiv gesetzt erwarten. Möglich auch, dass der Konzern sich nur vor einem Rotlicht-Shitstorm von uninformierten Usern schützen möchte, auch verständlich. Wobei dieses Problem mit einer simplen  Frage wie „Möchten sie besser einschlafen?“, nach einem erfolgten Update leicht umgangen werden könnte. Natürlich in einer rechtssicheren Form. Die letzte Frage hierzu wäre dann nur noch, wann kommt Night-Shift für alle Apple Produkte, Herr Cook?

So, nun zum Comeback der $“, ich meine der 4″ Geräte. Ich denke es war Steve Jobs selbst der sagte, dass 4 Zoll die perfekte Größe für ein Smartphone ist. Klein, handlich und groß genug, um alles wichtige darauf wischen zu können. Seit Einführung der iPhablets (iPhone 6 und 6 Plus) ist für Tim Cook wohl Groß das neue hippe Klein. Da die Konkurrenz mit 5″ und mehr, scheinbar recht gut damit fährt. Diesem Treiben sind allerdings auch Grenzen des guten Geschmacks gesetzt, ersichtlich für jeden der einmal ein übergroßen Smartphone an einem Ohr sah. Warum also die Rückbesinnung, vielleicht weil ein Teil der iPhone Jünger nie vom handlichen 5s gewechselt sind oder der Preis von 745€ (845€ wenn es benutzbar sein soll) selbst für ein aktuelles iPhone schlicht zu teuer ist. Auf jeden Fall war Apple wohl klar, dass trotz eines Doppelpacks an neuen iPhones, ein deutlicher Mangel im Portfolio herrschte. Den es will die Nachfrage nach einem bezahlbaren sowie handlicheren iPhone befriedigt werden. Und die Antwort darauf heißt nun iPhone SE, mit dem etwas befremdlich wirkenden Untertitel „Ein großer Schritt für Klein“. Im Prinzip ein iPhone 5s, nur mit aktueller Technik gefüllt. 548€ für die benutzbare 64 GB Variante sind zwar immer noch kein Pappenstiel, die 489€ 16 GB Version vergessen wir in Anbetracht der 4K Kamera schnell wieder, allerdings hat man auch noch nie soviel iPhone für den Betrag bekommen. Ich bin mir aber auch sicher das die Marge hierbei wieder mehr als übig für Apple ausfallen wird. Nun, wo will ich eigentlich mit meinen Gedanken hin, bezüglich der wischbaren Äpfel zum Telefonieren habe ich noch jede Menge zu erzählen und das, obwohl ich selbiges noch nie besessen habe. Bevor ich also komplett ausschweife. Das iPhone SE (SecondEdition, SellsEnhancer oder wofür auch immer das SE steht [Nachtrag: Für Special Edition, ach was]) ist ein gelungenes Smartphone, welches ich den meisten wohl ohne Bauchschmerzen, in der 64 GB Variante, ohne weiteres empfehlen kann. Dem iPhone an sich werde ich mich in einem anderen Artikel noch einmal ausführlich widmen.

So kommen wir nun zum iPad Pro und zwar dem kleineren, welches nun genauso heißt wie das große. Man hätte es auch iPad Pro/2 nennen können, da es in einer sehr wichtigen Eigenschaft gegenüber dem größeren Modell beschnitten wurde. Wie kann man auch nur auf die Idee kommen, dem kleinen Model nur 2 GB RAM, anstatt der 4 des großen Bruders zu spendieren. Eines der Hauptargumente für das große Pro, war die Fähigkeit, jederzeit zwei Apps nebeneinander im Splitscreen darzustellen und auch benutzen zu können. Das funktioniert zwar prinzipiell auch prima beim älteren iPad Air 2, mit ebenfalls 2 GB RAM, aber sobald Speicherfressende Anwendungen wie Office Apps zum Einsatz kommen, kann hiermit schnell Schluss sein. Also was soll das Ganze. Für ein Arbeitsgerät ist ausreichend Arbeitsspeicher nun mal unerlässlich. Es gibt noch nicht einmal die Option diesen teuer aufzustocken, wie es beim MacBook Pro Retina 13″ der Fall ist. Was helfen mir also 4 Lautsprecher, ein sich dem Umgebungslicht anpassendes Display (nein nicht Night-Shift), eine 12 MP Kamera mit 4K Aufnahme, wenn man am Ende womöglich nicht mal vernünftig mit seinen Programmen arbeiten kann, so wie es auf dem größeren Bruder möglich ist. Jetzt mag der eine oder andere anmerken, dass Multitasking auf 9,7″ Bildschirmdiagonale sowieso nicht sinnvoll möglich ist. Aber wozu dann ein Pro-fessional Gerät in dieser Größe überhaupt anbieten, hätte es ein iPad Air 3 mit A9X Chip, sowie der besseren Kamera und ggf. der 4 Lautsprecher, nicht auch getan. Mir fehlt jedenfalls die Kreativität die Zielgruppe für dieses Gerät auszumachen. Also handelt es sich beim iPad Pro, um ein Update des 9,7″ Segmentes ohne erkennbaren Mehrwert, schade. Ganz nebenbei erwähnt, diesen Artikel schreibe ich im Moment auf einem iPad Air 2 mit Hilfe der Logitech K480 Bluetooth Tastatur. Mit dem TypeCover der Pro Modelle wäre es in dieser Sitzposition wohl nicht möglich gewesen 😉

Jetzt gäbe es noch die Story von Liam, dem einarmigen Recycler, zu erzählen. Aber das soll dieser im verlinkten Video, am besten selbst ausführen. Und Apple ein Tipp, wenn ihr wirklich der Umwelt helfen wollt, baut langlebige Geräte, die leicht zu reparieren und leicht aufzurüsten sind. Im diesem Sinne „C’est la vie“.

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