Elementary OS WebDAV einbinden

Wie schwer kann es schon sein, in Linux ein Synology NAS-Laufwerk einzubinden.

Mein letzter Beitrag ist zwar schon ein Weilchen her, aber dafür habe ich wieder eine kleine Geschichte samt Lösungsweg parat. Die Aufgabe war eigentlich ganz leicht, für den neuen Linux Laptop mit der Distribution Elementary OS, sollte zur Speichererweiterung – verbaut ist nur eine 128 GB große Adata M.2 SSD – ein NAS-Laufwerk eingebunden werden. Bei Windows ist dies relativ einfach über die „Netzlaufwerk verbinden“ Funktion oder über die Synology-Anleitung möglich. Unter Linux ist dies leider wieder etwas komplizierter.

Der gangbarste Weg für mich führte über die Erstellung eines WebDAV Laufwerks. Hierfür muss das entsprechende WebDAV-Paket für das Synology NAS – in meinen Fall für die DS214+ – nur im Paketmanager heruntergeladen und installiert werden. Dies ist ohne großen Aufwand leicht zu bewerkstelligen. Unter Elementary OS kann nun das Laufwerk in der Ordneransicht mittels „Mit Server verbinden…“ relativ einfach eingebunden werden.

Elementary OS WebDAV einbinden
Elementary OS WebDAV einbinden

Leider ist das so eingebundene Laufwerk nur für die aktuelle Session gültig und nach dem ersten Neustart ist es wieder verschwunden. Wäre auch zu schön gewesen. Um das NAS-Laufwerk gleich beim Systemstart einzubinden sind eine ganze Reihe von Handgriffen nötig. Diese sind unter dem Wiki von Ubuntuuser.de beschrieben. Da die Seite leider etwas unübersichtlich ist führe ich die einzelnen Schritte im folgenden nochmal auf.

Zunächst muss über den Terminal über den Befehl sudo apt install davfs2 das Paket davfs2 installiert werden. Danach müssen die Benutzerreche für das einzubindende Nas-Laufwerk festgelegt werden. Hierzu wird zunächst ein Mount-Punkt erstellt, z.B. im Home-Verzeichnis unter „/home/peter/mnt/Nas“. Nun kann wieder über den Terminal mit sudo nano /etc/fstab die für die Benutzerrechte entsprechende Datei aufgerufen werden. Ganz am Ende der Datei ergänzt man diese nun um die Nas-Adresse den Mount-Punkt und die gewünschten Einstellungen. Dies könnte dann folgendermaßen aussehen: „http://192.168.1.20:5005/home /home/peter/mnt/Nas davfs noauto,user,rw 0 0“. Nun muss noch das Benutzerkonto noch mit davfs2 verknüpft werden. Dies geschieht über die Terminalbefehle sudo dpkg-reconfigure davfs2, hier die erscheindende Frage mit „Ja“ beantwortete werden und im nächsten Terminalbefehl wird das relevante Nutzerkonto (Peter) verknüpft  sudo usermod -aG davfs2 peter. Falls an diesem Punkt eine Fehlermeldung auftaucht, eine Panik nach einem Neustart sind die Rechte wie gewünscht zugewiesen. Als Nächstes werden die Zugangsdaten zum WebDAV-Nas-Laufwerk im gesicherten Bereich angelegt. Hierzu im Home-Verzeichnis des Nutzer der Ordner ./davfs2 angelegt und in diesem die Datei „secrets“. In dieser Datei wird nun die Adresse des Naslaufwerkes, der Benutzername und das Passwort. Diese Eingabe könnte die Form „https://192.168.1.20/home Peter Passwort“ haben. Nun werden die Zugriffsrechte noch über den Terminalbefehl chmod 600 ~/.davfs2/secrets eingeschränkt, um die Zugangsdaten abzusichern. Sobald man nun einen Neustart durchführt sollte im Ordnerverzeichnis nun das Nas-Laufwerk erscheinen. Herrzlichen Glückwunsch, war doch ganz einfach 😉

Ich weiß nicht wie es euch hierbei geht, aber für solche Anwendungsfälle müsste es doch einfachere Vorgehensweisen oder Hilfsassistenten geben, die einem diese ganzen Schritte abnehmen. Benutzerfreundlichkeit ist jedenfalls was anderes, und das ist etwas worum die Linuxprediger sich einmal kümmern könnten. Nicht jeder will einen ganzen Nachmittag mit solchen Albernheiten verbringen.

Bezüglich der Linux Distribution Elementary OS habe ich noch eine kleine Anmerkung. Bei Interesse an dieser Distribution ist darauf zu achten, dass die Sprachenverwaltung noch nicht optimal funktioniert. Als Standard ist immer Englisch gesetzt, auch nach einer Installation mit entsprechend eingestellter Sprache (z.B. Deutsch) und alle Programme müssen für ein einheitliches Bild, erst über die entsprechenden Sprachenpakete angepasst werden. Daher lässt sich die Distribution momentan nur auf Englisch sinnvoll nutzen.

Ich wünsche euch bei euren Projekten dann noch viel erfolgt und über Fragen, Kommentare und Anregungen würde ich mich sehr freuen.

 

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